CAMPUS erklärt: Langweiliges E-Learning? Muss nicht sein!

Illustration mit zwei Pflegefiguren zur Darstellung eines erfolgreichen Online‑Lernmoduls im CAMPUS‑Konzept.

Pflichtunterweisungen haben ein Imageproblem. Ihnen eilt der Ruf voraus, trocken und langweilig zu sein. Das muss nicht sein! Das CAMPUS-Team kennt zahlreiche Kniffe, um gesetzlich vorgeschriebene Schulungsinhalte in spannende Lernerlebnisse zu verwandeln.

Die Umsetzung entscheidet

Wenn Lernende eine Pflichtschulung negativ bewerten, liegt das meist nicht am Thema, sondern an der didaktischen Umsetzung. Schon der Begriff „Pflicht“ kann abschreckend wirken.

Studien zur Lernpsychologie zeigen, dass die Motivation ein zentraler Faktor ist. Wenn eine lernende Person keinen Sinn in einer Schulung erkennt, sinkt ihre Aufmerksamkeit und damit auch die Lernwirksamkeit. Ein motivierendes Web-based Training (WBT) weckt Interesse und schult zielgruppenorientiert.

Interessant ist, was relevant ist

Viele Pflichtunterweisungen zeigen kaum Bezüge zum eigenen Arbeitsplatz. Oft sind sie textlastig oder es reiht sich Video an Video. Ist ein WBT beispielsweise praxisnah gestaltet, weckt allein die Nähe zu den eigenen Aufgaben das Interesse.

„Wissen Sie, wo der nächste Feuerlöscher ist?“ oder „In welchen Situationen würden Sie sich die Hände waschen?“ sind Fragen, die Bezüge zur eigenen Erfahrungswelt herstellen. Zugleich aktivieren sie Lernende und fördern damit die kognitive Verarbeitung.

Praxisnähe erreicht ein WBT auch durch Fallbeispiele oder Simulationen und daran gekoppelte Entscheidungen, die eine lernende Person treffen muss. Ein Klassiker ist die Simulation einer Notfallsituation, etwa um Erste Hilfe zu leisten oder eine Person wiederzubeleben. Wenn ein WBT Entscheidungen einfordert, kann die lernende Person nicht einfach weiterklicken. Im Gegenteil, sie ist aktiv eingebunden, muss Wissen einbringen und mit Bezügen zu vermittelten Informationen eine Entscheidung treffen.

Abwechslung hilft

Kurz gehaltene Videos, die einen wesentlichen Aspekt veranschaulichen, können neben textbasierter Wissensvermittlung die Aufmerksamkeit steigern und den Behaltensprozess verbessern.

Weniger gut geeignet sind minutenlange Videosequenzen. Sie führen eher zu einer passiv-konsumierenden Haltung und verführen dazu, sie nebenbei durchlaufen zu lassen. Ein längeres Lernvideo sollte interaktive Elemente beinhalten oder auch aktiv nachbereitet werden.

Wissens-Häppchen statt Textwände

Die Aufteilung der Lerninhalte kann das Interesse der Lernenden beeinflussen. Kurze Abschnitte verschaffen eine gute Übersicht und sorgen für ein Gefühl des Erledigens und Fortschreitens.

So beschränkt sich ein gelungenes WBT pro Seite auf die Vermittlung einer wesentlichen Information. Ein Foto kann zur Auflockerung beitragen, sollte jedoch einen Bezug zum vermittelten Thema haben. Hilfreich sind klar aufgebaute Themenwechsel, die auch zur Unterbrechung der Bearbeitung geeignet sind.

Komplexe Prozesse oder Verfahren können in verständliche Einzelteile zerlegt werden. Zugehörige Erklärungen sind dann in leicht zu verstehende „Happen“ gegliedert, was jenen Lernenden hilft, die sich das erste Mal mit dem Thema befassen.

Jedes Thema kann spannend sein

Pflichtunterweisungen sind meist gesetzlich vorgeschrieben. Das heißt aber nicht, dass sie nicht inspirierend und spannend vermittelt werden können. Im Gegenteil: Pflichtschulungen können zum Nachdenken anregen, die Reflexion zu unterstützen oder neugierig machen.

Wenn ein WBT abwechslungsreich und interaktiv gestaltet ist, kann es für Lernende trotz des Zwangs zur Erfüllung einer Auflage eine spannende Lernumgebung darstellen.

Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel der Autorin, der ursprünglich erschienen ist in f&w (Ausgabe 04/2026)

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